Unsere Umwelt

 
Seit 30 Jahren bin ich im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) aktives Mitglied und habe mich in vielfältiger Weise für die Belange des Umwelt- und Naturschutz eingesetzt. Einer meiner Hauptkritikpunkte war immer der zügellose Verbrauch der Landschaft. In den Diskussionen störte mich bis heute der unreflektierte Begriff der "Entwicklung". Er wurde und wird ausschließlich unter der Prämisse des expansiven Wachstumsgedanken vorgetragen und geht allen Planern und Politikern bedenkenlos über die Lippen.
Der Zufall wollte es, daß ich vor ca. 20 Jahren ein Buch in die Hände bekam das mir die Augen öffnete über die Zusammenhänge zwischen diesem "Wachstumsfetisch" und der Umweltzerstörung. "Geld ohne Zins und Inflation" von Prof. Margrit Kennedy stellte für mich den ersten Kontakt her zu einem Problemfeld, von dem ich bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Ahnung hatte. Weder in der Schule noch in den Medien wurde dieser Tatbestand jemals offen angesprochen.
Das machte mich natürlich neugierig und brachte mich sehr schnell zu der Erkenntnis, daß eine intakte Umwelt nur erhalten werden kann, wenn der Zwang zu wirtschaftlichem Wachstum beseitigt wird. In den folgenden Jahren habe ich sehr viel zu diesem Thema an Literatur und Erkenntnissen dazugewonnen.
Insofern kann ich mich mittlerweile zu den Kritikern in den eigenen Reihen zählen.
Ich erwarte von Umweltverbänden heute, dass sie Fragen thematisieren die sonst nicht angesprochen werden. Das Wirtschaftswachstum, das alle ersehnen und das die Umwelt noch stärker zerstören wird gehört dazu. Reformen wie Hartz IV tragen zur ökologischen Katastrophe unmittelbar bei weil sie Verteilungskonflikte über forciertes Wirtschaftswachstum lösen wollen. Nicht vorzustellen was passierte, wenn ein 4%iges Wachstum stattfände.
Leider hört man zu diesem Thema von den Verbänden nichts. Bemühungen eine nachhaltige Wirtschaftsform durch eine Geld- und Bodenreformdiskussion in den Umweltverbänden anzustoßen, treffen auf die gleichen Widerstände wie in der Politik. Die Verbundenheit mit dem traditionellen Verhalten ist stärker. Mit Traditionen ist die Umwelt aber nicht zu retten. Uns so lange wir ein fester Bestandteil dieser Umwelt sind, sollte uns deren Erhalt dringend geboten sein.
*
In Deutschland gehören zwei Jahrhunderte dazu, um eine Dummheit abzuschaffen - nähmlich eines, um sie einzusehen und das andere, um sie zu beseitigen.
Alexander v. Humboldt
*

Warum muss man immer erst einen Prof.Titel haben um gehört zu werden?